Avitall heißt Gottes Morgentau


Jeder, der die Perlen des Morgentaus im Licht glänzen sehen hat, vergisst sie nie – genauso ist es mit Avitall: wer sie erlebt hat, wird sie nie wieder vergessen.
Avitall wurden Kreativität und Musikalität schon in die Wiege gelegt: ihr Vater ist ein Designer, ihre Mutter eine Musik- und Bat-Mizwa-Lehrerin. In Berlin geboren, wuchs sie in Berlin in diesem durch die Familie sehr inspirierenden Umfeld auf und studierte nach ihrem Abitur Gesang, Klavier, Klarinette, Tanz und Englisch.
Sie sang im Chor der jüdischen Gemeinde, als 1997 die amerikanische Kantorin Rebecca Garfein zu Besuch kam. Ihr fiel Avitalls Talent sofort auf und sie fragte nach, weshalb Avitall sich nicht zur Kantorin ausbilden lassen wolle. Die Antwort war einfach: es gab damals keine weiblichen Kantorinnen in Deutschland. Doch der berühmte Berliner Oberkantor, der Sänger und Shoah-Überlebend Estrongo Nachama, unterstützte Avitall und so beendete sie im Jahr 2001 eine Kantorenausbildung in New York. Sie wurde die erste weibliche Kantorin in Deutschland und amtiert bis heute in dieser Funktion in der Synagoge Oranienburger Straße.
Das friedliche Miteinander liegt Avitall besonders am Herzen. Aus diesem Grund organisierte sie 2005 erstmals ein interkonfessionelles Fußballturnier, den Avitallscup. Bei der zweiten Austragung im Juli 2006, die bereits zahlreiche prominente Unterstützer gefunden hatte, spielten je eine atheistische, christliche, jüdische und muslimische Mannschaft.
2006 begann Avitall mit einem weiteren Projekt: „Ahawah – das offene Haus der Religionen“. Im ehemaligen jüdischen Kinderheim in der Berliner Auguststraße war sie federführend daran beteiligt, dass Projektarbeiten mit dem Hintergrund Religion und Philosophie durchgeführt werden.
Avitall weiß: „Ein wohlwollendes Miteinander funktioniert nur, wenn man sich der Vergangenheit bewusst ist.“ In sehr persönlicher Weise setzt sich Avitall gegen das Vergessen der Geschichte ein und schuf dafür ein Werk, das bis heute einzigartig ist: ein Comic, in dem die Geschichte von Avitalls Großmutter erzählt wird. „Rozsika“ wurde 2015 veröffentlich und fand breiten Zuspruch in der Öffentlichkeit.
Auch mit dem Salon Avitall schafft Avitall ein Klima des Miteinanders: kulturelle und geistiger Austausch der zu inspirierenden Ergebnissen führt und friedliches Zusammenleben schafft.
Im Rahmen ihres Projekts „We Will Call Out Your Name“ widmet sich Avitall wieder dem Bewusstsein der Geschichte: im Zusammenarbeit mit zahlreichen Künstlern wurden und werden Kunstwerke geschaffen, die zum Beispiel an öffentlichen Plätzen ausgestellt werden.
Trotz ihrer Karriere, ihren zahlreichen Projekten und Tätigkeiten hat Avitall weitere Projekte geplant.